Kleingärtnerverein Am Staudenweg e.V.
Kleingärtnerverein Am Staudenweg e.V.

Vereinsgeschichte 1950-1990

 

Aller Anfang ist schwer-dieses bekannte Sprichwort wurde allen Gründungsmitgliedern 1950 in markanter Weise vor Augen geführt. Federführend war Herr Dr. von Kienle, der mit -soweit bekannt- 11 weiteren Gründungsmitgliedern sich das Ziel gesetzt hatte, einen nutzbare Fläche zu erstellen, um die nach dem zweiten Weltkrieg entstandene Versorgungsmisere durch Obst- und Gemüseanbau aufzubessern

 

Die gesamte damalige Fläche zwischen Staudenweg und Walkürenstrasse sowie dem heutigen Schulgelände hatte 87 Bombentrichter, die mit Schutt, Sand und Trümmerresten zugeschüttet wurden. Außerdem standen auf dem sandigen Boden noch Kiefern, die entfernt werden mussten.

 

Im Jahre 1950 endlich war es gelungen das eingeebnete Gelände als Grabenland zu nutzen. Die ersten Gärten konnten im Abschnitt von 2 Gängen angelegt werden. Zu dieser Zeit gab es weder Waldschule noch Privatanleger, so dass der der untragbare Zustand von illegal abgelagertem Unrat und Gerümpel den Gartenfreunden erhebliche Schwierigkeiten machte.

 

Dem damaligen Vorstand Martin Knobelspies wurde dieser untragbare Zustand zuviel und man entschloss sich daher eine Weidenzaunhecke als Übergangslösung zu pflanzen.

 

Vom 14.-16. Juli 1951 wurde im Falkenheim (Ecke Frankfurter Str./Waldstrasse) ein Sommerfest mit Tombola veranstaltet, um den Erlös für eine Umzäunung zu gewinnen. Es wurden 1000 Lose zu je 0,10DM verkauft. Das konnte nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Aber wie schon gesagt: Aller Anfang ist schwer.

 

In der Mitgliederversammlung am 19. Mai 1951wurde dann beschlossen den Verein bei der Stadt Mannheim eintragen zu lassen. Am 24. Mai 1952 war es dann soweit. Somit lautete ab sofort der offizielle Name "Kleingärtnerverein am Staudenweg e.V."

 

In den Jahren 1951-1952 bemühte man sich durch Bewerbungen, die folgend auch eintrafen, weitere Mitglieder zu gewinnen. Somit wurden Gänge 3 und 4 festgelegt. Der damalige Unkostenbeitrag zum Eintritt belief sich auf 50DM

 

Im Juli 1953 wurde erstmals der Antrag auf Erweiterung der Anlage zum Märker Querschlag gestellt, um diese Fläche für gärtneriche Zwecke zu nutzen. Dieses Begehren wurde jedoch abgelehnt.

 

Nun war es an der Zeit das Gartengelände mit einem Zaun zu versehen. Man entschied sich für Beton- und Holzpfosten für die innere und äußere Umzäunung. Aus Kostengründenwurden dann die jeweils benötigte Pfosten in Eigenarbeit hergestellt, gesetzt und mit Maschendraht verbunden. Durch die minderwertige Qualität des Maschendrahtesgenügte dieser nicht den Erfordernissen und Ansprüchen, so dass ein neuer, besserer Zaun den alten ersetzen musste. Das wurde 1962 zum Abschluss gebracht und machte einen Gesamtaufwand von ca 500 Arbeitsstunden erforderlich.

 

Erstrebenswertes Ziel des Vorstandes war es, bei einer Prämierung einen der begehrten Preise zu gewinnen. So gelang es dem Verein in den Jahren 1955 und 1958 einen 3. sowie einen 4. Preis mit Geldzuwendungen zu erringen.

 

Nach langjähriger Tätigkeit als 1. Vorsitzender musste Martin Knobelspieß aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegen. Als Nachfolger wurde auf der Hauptversammlung am 06.02.1959 der Gartenfreund Kessler gewählt. Somit waren auch ihm erneut weitere schwierige Aufgaben gestellt, die es zu bewältigen galt. Eine davon war es, die gesamte Anlage mit städtischem Trinkwasser zu versorgen. Durch den tatkräftigen Einsatz der Mitglieder bei Grab- und Montagearbeiten konnten diese aufwendigen Arbeiten mit Leitungsführungen bis in alle 32 Gärten durch einen Arbeitsaufwand von 817 Stunden und Kosten von 3797,68 DM im November 1960 bis auf wenige Geringfügigkeiten abgeschlossen werden.

 

Auch in den Jahren 1959 - 1962 konnte die Anlage bei Prämierungen einen 2. und drei 3. Preise mit Geldzuwendungen in Empfang nehmen.

Durch Beschluss der Gartenfreunde und des Vorstandes wurde erwogen, ein Vereinshaus zu bauen, um vereinseigene Motorgeräte und Werkzeuge sicher unterzustellen. Der Bau kam jedoch sehr zähflüssig in Gang, konnte allerdings im Jahre 1961 abgeschlossen werden.

 

Im Jahre 1961 wurden dann die Generalpachtverträge zwischen der Stadt Mannheim und der Bezirksgruppe sowie die Unterpachtverträge zwischen der Bezirksgruppe und den einzelnen Kleingartenvereinen unterzeichnet.

Der Weidenzaun wurde schließlich durch eine Hainbuchen-hecke ersetzt. Die permanente Pflege und Wässerung der Jungpflanzen gibt Zeugnis der heute kräftig dastehenden Hecke.

 

Mit der Rodung der Akazienbäume begann der Bau der Turnhalle. Gleichfalls wurde der Rasen- und Sportplatz erstellt. 1969 wurde die Turnhalle vollendet und es wurden die beiden Haupttore installiert, so dass der Publikumsverkehr und die unerlaubte Gerümpelablagerung ein Ende hatte. Durch fortwährenden Einsatz zur Verschönerung unserer Anlage durch die Gartenfreunde erhielt unser Verein in den Jahren 1966, 1975, 1976 und 1978 Anerkennungsurkunden im Wettbewerb um die schönste Kleingartenanlage in Mannheim. Veranstaltet wurde dies durch das Grünflächenamt der Stadt Mannheim und der Bezirksgruppe.

 

Unruhig wurden die Kleingärtner allerdings 1972, als das Gerücht herumging, unsere Anlage würde dem Bagger zum Opfer fallen, um eventuell ein Hallenbad zu erstellen. Deshalb wurde 1975 vorsorglich im Flächennutzungsplanentwurf das Symbol der Standortsicherung eingetragen. Doch die detaillierte Untersuchung im Rahmen des Bäderleitplanes ließ den Schluss zu, kein Hallenbad zu bauen. Dadurch konnten die Gartenfreunde wieder aufatmen und ihre ganze Kraft den Gärten widmen.

 

In den Jahren nach der Gründung unserer Anlage war das Bestreben, möglichst viel Obst und Gemüse zu ernten, vorrangig. In den Jahren ab 1973 fällt auf, dass die Zielsetzung des Kleingartens sich wandelte. So wurden zum Teil Terrassen und Rasenflächen angelegt, um den gestressten Kleingärtnern und ihren Angehörigen Erholung und Entspannung zu vermitteln.

 

Aus gesundheitlichen Gründen gab im Jahre 1974 der 1. Vorsitzende Fritz Kessler sein schweres Amt auf, und die Nachfolgerin Ursula Wiedenhöft übte das Amt der 1. Vorsitzenden bis zum Jahre 1985 aus.

 

Unser Verein wurde 1978 als gemeinnütziger Verein anerkannt; wegen ausschließlicher und unmittelbarer Förderung des Kleingartenwesens. So wurden unter anderem die 4 Wege innerhalb der Anlage mit Knochensteinen gepflastert, um dadurch einen schönen und eindrucksvollen Zugang zu bekommen.

 

Der Antrag an das Grünflächenamt, das Haupttor an der Südseite zu versetzen, damit die acht Gärten in die Anlage integriert werden konnten, wurde abgelehnt. Durch Eigeninitiative haben dann die Gartenfreunde die anfallenden Arbeiten durchgeführt.

 

Weiterhin wurde dann 1980 das zu klein gewordene Vereinshaus aufgegeben und ein größeres an anderer Stelle, mit größerem Garten, geplant und durch tatkräftige Hilfe aller Mitglieder auch unverzüglich gebaut. Die ordnungsmäßige Abnahme durch das Bauordnungsamt wurde am 28.07.1981 durchgeführt. Damit war es den Gartenfreunden möglich geworden, ihre Sommerfeste und jegliche anderen Veranstaltungen im eigenen Gelände durchzuführen.

 

In den Jahren danach wurden weitere Aktivitäten zur Verschönerung der Anlage durchgeführt wie Randbepflanzung mit Rosen, Entfernung der Zäune zwischen den einzelnen Gärten, Kinderspielplatz mit Spielhaus, Schaukel, Wippe, Sandkasten und vieles mehr, welches hier gar nicht aufgeführt werden kann.

 

Zur Erhaltung und Bereicherung der Vogel- und Tierwelt muss jeder beitragen. Dazu gehört der Verzicht auf giftige Behandlungsmittel, das Anlegen von Teichen und Feuchtbiotopen sowie das Aufstellen von Vogelnistkästen.

 

Vögel sind die natürlichsten Vertilger von Läusen, Raupen usw. Wasser im Garten bildet den Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

 

Auch das Ansetzen von wiederverwertbarem Material (Kompostieren) sollte die Bodenfruchtbarkeit erhalten. Jeder sollte daran denken und mithelfen, unsere Natur zu pflegen und zu erhalten.

 

Richard Bauer


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